Autor Archive für Mario Apel

10
Aug
10

textcollage aus den Fetzen der Zeitschrift “FOCUS”

10
Mai
10

besamen der Straßen

Literweise Bildstrecken von Essstörungen, die Umrisse der Seelchen
der Popopüppchen ins Foto eingemagert,  Brüste mit Photoshop ein wenig
herausgefurcht, wenns gut kommt
gibts einen Hochglanz, wenn er hoch kommt, wenn er das Sternchen steif kriegt
stellen sie sich gefälligst hinten an

im dialektischen Rudel wird es Zeit vegan fett zu werden, so als Widerstand
gegens Ideal, sozusagen als Wampe gegen jeden Idealismus
und in den Straßenschlachten knallen die nach außen ploppenden Nabel.

Er traut sich endlich aus dem Internetcafé und kratzt sich
da wo der Scheißgeruch von Tränengas nicht mehr zu unterscheiden ist.

01
Nov
09

Nah; wirklich nah dran.

Nein, ich habe genug, endgültig genug Specktoast und Schinkeneier, genug chlorverseuchten Orangensaft. Fühle mich gut, fühle mich frisch gepresst genug. Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Lang immer schön zu, mäste dich; das drückt dich auf den Boden. Anna sagt immer, ihr Vater wäre ein ganz abgehobener Typ gewesen und der hat auch nie gefrühstückt. Apropos Anna: Anna, kannst du mir mal bitte die Butter reichen? Etwas von der Marmelade, Anna? Von der mit Quitten, der feinen aus dem Reformhaus, bitte. Anna kauft gerne im Reformhaus, wenn ich mit Zahlen dran bin. Anna, bewege dich nicht, benutze Telekinese; Anna, die Butter; die Miete. Das Messer, Anna. Gib mir doch mal bitte die Milch, Anna. Kannst du nicht hören wie mein Müsli nach Laktose verlangt? Kannst du nicht das Geschrei der getrockneten Rosinen hören? Das Wehklagen der Apfelstückchen? Wie es gegen die Fliesen klatscht; gegen deine Fliesen. Wie das Wimmern sich in die Fugen klammert und seinen Rücken daran aufreibt. Anna, das ist ein schrecklich theatralisches Müsli und ich möchte es jetzt in ultrahocherhitzter und homogenisierter Milch ersaufen. Ich will mein Gesicht darin ertränken und mit der Nase Blasen schlagen. Ich will ein paar Unterlagen darin ertränken, meine Geburtsurkunde, Zeugnisse, Lohnsteuerkarte, meinen Sicherheitsgurt, ein paar Fehlgeburten. Anna was hältst du davon? Lass uns deine Regelblutungen in meinem Müsli verstecken. Immer noch besser als unter dem Bett meines Bruders oder in dem kleinen Mülleimer im Bad, den du nicht sauber machen brauchst. Sag doch Anna, was hältst du davon; und gib mir mal die Butter, ja?

Nun ja, eigentlich ist Anna schon vor dem Frühstück gegangen; ins Bad. Dort hat sie sich in die Toilette übergeben; Stück für Stück, bis nur noch ihre hochhackigen Schuhe von ihr übrig waren. Ich kann das verstehen. Hab ihre Schuhe in den Schrank gepackt, zu den Putzmitteln und dann habe ich Frühstück gemacht, um auf dem Teppich zu bleiben. Vielleicht sollte ich die Schuhe jetzt holen und etwas an den Absätzen lutschen; nur so zum Spaß. Anna würde das verstehen. Aber jetzt ist sie weg. Ich habe gespült, Anna vergisst manchmal zu spülen, darum mache ich das.

25
Sep
09

Aus dem Sommer gekippt,

Aus dem Sommer gekippt,

ein traumatisiertes Stück Sonnenschein liegt auf meinem Schreibtisch verborgen
den letzten Zug zum Horizont verpasst. Wir starren
was das Zeug hält, durch ein sterbendes Fenster, nach Westen über die Carports,
in denen mein schrumpfendes Fahrrad, mit mauken Reifen u. heiß gekochter Wäsche
schläft.-
der Abend erst mit der Nacht donnert Orgasmus, Feuerwerk
fern von meinen Blicken, aber noch greifbar für Ohren u. die Lust:
den Tag verwesen zu lassen.- Weit weg von hier.

06
Aug
09

Dresden wars:

Dresden wars:

verschiedene Lichtstücke

in einer fastfood-Packung: worst-case-szenario im 21. Jahrhundert

leben_in einem kapitalistischen Kult und dann fällt die Strandsimulation aus/ schade dass
die Bourgeoisie ihre Fingernägel krummnackig vom Sand entsuhlt, statt offem Himmel.
Steh darüber das Geländer gebeugt u. beäuge – meine Rotze die Ramazzotti-Schirme ätzt.
Die Stadt entsinkt mir schon immer und M. Dreht sich weg u. gröhlt: „Wir verflüchtigen uns.“
schon sind wa Dunstecken u. brechen Nasenbeine u. er meint das wäre mal keine Folklore
voll wie er ist. Sage: nee, sage nu, sage och wäre der Standpunkt ein besserer. Das wars
Dresden

vor der Jungsteinzeit.




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